10.06.18, 00:04-06:00 WDR 3
WDR3/Ö1 Jazznacht
Miles. Hippies. FreeJazz.
Das Jahr 1968 im Jazz

1968 gilt als das Jahr der Höhepunkte gesellschaftspolitischer Umwälzungen und Protestaktionen. Jazz taucht in den meisten Erzählungen zum Jubiläum nicht auf, 1968 war diesbezüglich ein eher unauffälliges Jahr, eine Periode des Übergangs.

Historische Meilensteine lagen davor (1967, der Tod John Coltranes) bzw. folgten darauf (1969, das Jahr von Miles Davis´ „In a silent Way“ und„Bitches Brew“ sowie Tony Williams´ „Emergency“).
Mit „Miles in the Sky“ und „Filles de Kilimanjaro“ war Davis aber schon auf dem (Jazzrock)-Weg, die Musik der Hippies (insbesondere Jimi Hendrix) regte ihn an; mit Gary Burton und Larry Coryell traten die ersten Langhaarigen vor das Jazzpublikum.
Der FreeJazz konnte auch in Europa Fuß fassen (z.B. Peter Brötzmann „Machine Gun“, oder das Spontaneous Music Ensemble in England).

Nicht zuletzt entstanden 1968 wichtige Alben inzwischen historischer Jazzgrößen: „Now he sings, now he sobs“ von Chick Corea, „Speak like a Child“ von Herbie Hancock“ oder auch „Extrapolation“, der Abschied von John McLaughlin aus seiner britischen Heimat.