25.03.21, 21:05-22:00  DLF
Jazzfacts
"Das Motorische und der Klang"
Wie György Ligeti Jazzmusiker beeinflußt

Von den großen Komponisten der Neuen Musik, so sieht es derzeit aus, beeindruckt György Ligeti (1923-2006) Jazzmusiker am meisten, insbesondere (aber nicht nur) Jazzpianist:innen.
Kris Davis, Elliot Galvin, Aki Rissanen, Florian Ross spielen oder berufen sich auf ihn.
Das Jazz-Interesse an Ligeti bündelt sich im Werk des französischen Pianisten Benoit Delbecq, dessen Interview mit Ligeti (1998) weit verbreitet ist.
Zentral für die Jazzmusiker sind Klavier-Etüden von Ligeti aus den 80er Jahren, insbesondere die Etüden 3 und 4.
Bei „Fanfares“ (3) zeigt sich Ligeti an Thelonious Monk interessiert, „Arc-en-ciel“ (4) ist - nach den Worten des Komponisten - „fast ein Jazzstück“. Es soll laut Notentext with swing gespielt werden und erinnert an „Time remembered“ von Bill Evans.
Zwei Dozenten der Musikhochschule Mainz haben das Thema im Februar 2020 sehr anschaulich vorgeführt: Thomas Hell spielte die Originale, die Etudes von Ligeti, Sebastian Sternal modulierte daraus in die korrespondierenden Jazzstücke.
Von ihm stammt auch das Motto der Sendung: „Das Motorische und der Klang“, das ist es, was ihn an Ligeti fasziniert.